Wir haben es geschafft – Das landesweite Semesterticket kommt zum Wintersemester 2018/19

Jetzt ist es amtlich: Die Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen (LNVG) hat bestätigt, dass die Vertragsmehrheit gemäß den eingegangenen Unterschriften erreicht wurde und das notwendige Quorum sogar deutlich überschritten wurde.[1] Damit tritt das Ticket mit Beginn des kommenden Wintersemesters 2018/19 in Kraft. Auf Grund der verschiedenen Semesterzeiten können Studierende an teilnehmenden Hochschulen bereits ab dem 1. September alle Vorteile des landesweiten Semestertickets nutzen – an den teilnehmenden Universitäten startet das landesweite Semesterticket einen Monat später, am 1. Oktober.

Von der ersten Idee bis zur Einführung des Ticket dauert es mehr als 5 Jahre. Davon haben wir fast 4 Jahre intensiv mit den Aufgabenträgern, Tarifbehörden und Eisenbahnverkehrsunternehmen verhandelt. An dieser Stelle möchten wir uns bei der SPD-Fraktion des letzten Landtages, insbesondere bei Gerd Will bedanken, der uns nach einigen vergeblichen Initiierungsversuchen bei unserem Vorhaben unterstützte und den Kontakt zur später projektleitenden LNVG herstellte.

Seitdem ist viel passiert. Die sehr große Zustimmung der Studierendenschaften bei der ersten Meinungsumfrage zum Projekt überraschte selbst uns und sorgte für einen gewaltigen Motivationsschub. Jedoch selbst zu diesem Zeitpunkt konnte noch niemand erahnen, mit welch überwältigender Mehrheit das Ticket am Ende von den Studierendenschaften angenommen wird. Der Erfolg dieses Semestetickets hängt nicht zuletzt damit zusammen, dass viele Studierendenvertreter der einzelnen Universitäten und Hochschulen das Projekt mit großem Interesse verfolgt, das Verhandlungsteam nach Möglichkeit unterstützt und somit das landesweite Semesterticket maßgeblich mitgestaltet haben.
Die regelmäßigen Sitzungen der anfangs nur mäßig aktiven VerkehrsLandesAstenKonferenz Niedersachsen (VLAK), zu denen vor Projektbeginn häufig nur eine Hand voll Studierendenvertreter erschienen, sind mittlerweile gut besucht. Sogar die Hochschulen und die Universität aus Bremen, die eigentlich per Definition nicht der VLAK Niedersachsen angehören können, nehmen mittlerweile an den Sitzungen teil und sprechen sich mehrheitlich für das landesweite Semesterticket aus. Wir wünschen uns sehr, dass diese hervorragende Vernetzung zwischen den Studierendenschaften der Hochschulen und Universitäten auch nach Einführung des landesweiten Semestertickets erhalten bleibt.

Das Ergebnis dieses Projekts kann sich sehen lassen und zeigt: Studentisches Engagement kann sehr viel bewirken!

Bedanken möchten wir uns auch bei den Gutachtern, die das Projekt begleitet haben und von denen wir uns stets fair behandelt und ernstgenommen fühlten – gerade letzteres war vor Beginn der Verhandlungen für uns keineswegs selbstverständlich.
Besonderer Dank gilt auch der LNVG, die neben der Gesamt-Projektleitung die Arbeitskreissitzungen gut strukturiert und vor- und nachbereitet hat und dabei stets versucht hat, auf unsere Bedürfnisse und Anforderungen einzugehen. Wir wissen, dass die Zusammenarbeit mit Studierenden für die LNVG zum größten Teil neu war und auch bisher ungewohnte und aufwändigere Vorgehensweisen und Geduld erforderte.

Das Verhandlungsteam freut sich nun auf die voraussichtlich vorläufig letzte Sitzung des Arbeitskreises landesweites Semesterticket bei der LNVG im März, auf der die letzten Aufgaben verteilt und die letzten Fragen geklärt werden. Außerdem werden wir dort sicherlich auch auf den erfolgreichen Projektabschluss anstoßen.

Danach brauchen wir erst mal etwas Urlaub. Gerade diejenigen von uns, die das Projekt von Anfang an begleitet haben, haben zeitweise in den letzten Jahren ehrenamtlich mehr als 30 Stunden pro Woche für das landesweite Semesterticket aufgewendet – neben der regulären Arbeit, Studium, sonstigen Tätigkeiten in den Studierendenschaften und weiteren Verpflichtungen. Wir hoffen, ihr seht es uns dementsprechend nach, wenn wir die Details auf der Homepage erst nach und nach aktualisieren – rechtzeitig vor Beginn des Wintersemesters werden auf jeden Fall alle relevanten Infos für jede und jeden zugänglich sein.

Anschließend werden wir schauen, wohin es mit dem Landesweiten Semesterticket in Zukunft gehen wird – ein weiteres Ziel, dass immer wieder an uns als Wunsch herangetragen wurde, ist, neben einer weiteren räumlichen Ausdehnung des Streckennetzes, die Integrierung von Bussen, Straßenbahnen und U-Bahnen im Geltungsbereich.

Vielen Dank für eure Unterstützung!

Pascal
für das Verhandlungsteam


[1] Presseinformation Semesterticket

14 Kommentare auf “Wir haben es geschafft – Das landesweite Semesterticket kommt zum Wintersemester 2018/19

  1. Super Erfolg!
    vielen Dank an alle die sich dafür eingesetzt haben.
    Mir bleibt allerdings eine Frage, da der Asta der HS Emden/Leer noch gar nichts dazu gesagt hat:
    Wisst ihr, wie das Ticket dort aussehen wird? Ob neben dem Landesweiten auch weiterhin der VBN mit drin ist oder nur noch der Busverkehr im VEJ?

    Vielleicht wisst ihr ja was 🙂

    1. Hallo Richard,
      unseren aktuellen Informationen zu Folge wird die Hochschule Emden/Leer weiterhin das VBN-Verbundsemesterticket abnehmen.
      Informationen, ob die entsprechenden Verträge bereits geschlossen wurden bzw. was diese genau beinhalten, liegen uns leider nicht vor. Bitte wende dich diesbezüglich direkt an deinen AStA.

  2. Warum muß mann sich as aufzwängen lassen wenn man es nicht nutzen will ?
    Ich wohne 12 kilometer von der Uni weg und nehme mein Auto.
    Warum soll ich dann diese Ticket bezahlen ?

    1. Hallo Thomas,
      ohne zu wissen, wo du studierst – stell dir doch einmal die Parkplatzsituation vor Ort vor, sollte es kein Semesterticket geben und die Studis würden stattdessen mit dem Auto zur Uni fahren 😉

      1. Das ist verständlich, aber ich sehe nicht ein, dass ich knapp 180€ für ein Semesterticket bezahle, um die öffentlichen Transportmittel meiner Stadt zu nutzen. Noch vor 6 Jahren war der Preis bei 120€ und jetzt zahle ich mehr für Strecken, die ich in den nächsten 10 Jahren wohl kaum nutzen werde. Stadt ist Bremen am Rande bemerkt.

        1. Ich kann deinen Unmut über die stetig steigenden Preise für euer Semesterticket nachvollziehen. Ein großer Anteil der Preiststeigerungen eures Semesterticket sind allerdings eurem Verbundticket (VBN) zuzurechnen.

          Zum anderen haben die Umfragen an den Bremer Hochschulen ergeben, dass die Mehrheit der Bremer Studierenden auch ein landesweites Semesterticket haben will. Es besteht also durchaus ein Interesse dieses Ticket zu nutzen. Da das Semesterticket ein Solidarticket ist, tragen diese Entscheidung allerdings alle Studierenden mit.

          Um nicht erklärbare Preissteigerungen in Zukunft zu vermeiden, gibt es beim landesweiten Semesterticket eine nachvollziehbare Formel zur Preisgestaltung und die Nutzungszahlen der Studierenden, die Bestandteil der Formel sind, werden regelmäßig überprüft. Preissteigerungen bei Wechsel von Bahnunternehmen wird es nicht mehr geben

  3. Ist das neue Semesterticket automatisch jetzt das landesweite Semesterticket oder nicht?
    Hochschule Bremerhaven.
    Sieht das neue irgendwie anders aus?
    Woran erkenne ich ob ich das landesweite Semesterticket habe fürs WS oder nur das VBN?

  4. Hallo,
    Danke an alle, die am Zustandekommen des Tickets beteiligt waren und so viel (ehrenamtliches!) Engagement darein gesteckt haben!!!!! Ihr habt super Arbeit für alle Studierenden von ganz Niedersachsen geleistet!
    Dankeschön!!!

    Noch eine kleine Frage: Auf der Preisliste steht, dass einige Unis einen ermäßigten Preis von 81,92 Euro und andere den Standardpreis von 129,59 Euro bezahlen. Hab ich das richtig verstanden? Warum gibt es diese Unterschiede zwischen den verschiedenen Unis?

    1. Hallo Jenny,
      vielen Dank für dein Lob und den Hinweis, dass wir den Unterschied zwischen Standard- und ermäßigtem Preis noch nirgends erklärt hatten. Ich habe das gerade nachgeholt. Die Erklärung findest du jetzt auf der Seite Aktuelle Preise.

      Viele Grüße

  5. Hey! Kann ich denn nun bis nach Groningen mit meinem Ticket fahren? Oder ist dies eine Hochschulbeschränkte Strecke? Wie wird dieses deutlich? Steht soetwas explizit auf dem Ticket?

    1. Hallo Tim,
      Die Strecke Leer – Groningen ist nur auf dem Abschnitt zwischen Leer und Weener im landesweiten Semesterticket enthalten. Die Erweiterung von Weener bis nach Groningen wurde den Hochschulen von der arriva zusätzlich angeboten. Leider haben wir aktuell keine Übersicht vorliegen, welche Studierendenschaften zusätzliche Verträge abgeschlossen haben und wie bzw. ob derartige Erweiterungen auf den Tickets kenntlich gemacht werden. Frage dementsprechend bitte direkt bei deinem AStA nach, ob du mit dem Semesterticket deiner Hochschule bis nach Groningen kommst.

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